Texte

„Dresden in Marburg“

Am 06.02.10 fand in Marburg eine Spontandemonstration unter dem Motto „Gegen Geschichtsrevisionismus und den Naziaufmarsch in Dresden“ statt.
Einige TeilnehmerInnen dieser Veranstaltung nahmen das Motto zum Anlass, ihre Kritik an eben diesem im Flyer angesprochenen Geschichtsrevisionismus durch das Zeigen einer Royal Air Force und einer Israelfahne auf die Straße zu tragen. Das Zeigen dieser Symbole führte unter einem Personenkreis auf der Demonstration zu Unmut. Ihrer Meinung nach sei das Zeigen von Nationalfahnen nicht angebracht, auch nicht auf einer Demonstration zur dem Flyer entnehmbaren Thematik. Zu bemerken dabei ist, dass es sich unter anderem um Personen handelte, die mit dem Kufiya (umgangssprachlich auch „Palituch“ genannt) auf dieser Demonstration erschienen. Da entschieden abgelehnt wurde, die Fahnen wieder einzupacken, wurde die Demonstration von einigen Personen verlassen.
In Marburg und anderswo sind solche Vorfälle immer wieder in dieser oder vergleichbarer Form zu beobachten. Warum es gerade auf einer Demonstration, die mit ihrer Thematik Kritik an dieser speziellen Form des Geschichtsrevisionismus und dem damit verbunden Opfermythos üben will, nicht nur richtig, sondern auch notwendig ist, die eben erwähnten Symbole zu zeigen, soll in den nächsten Zeilen kurz gezeigt werden. (mehr…)

Kaffee, Kuchen, Israel…

Dieser Text wurde für einen Flyer anlässlich des offenen Antifa-Cafés in Marburg gechrieben.

Einige der hier anwesenden werden sich mit Sicherheit fragen was das soll: Es ist ein stinknormaler Sonntag, ihr wolltet nur ein bisschen Kuchen essen gehen und werdet beim sog. „Antifa-Cafè“ von einer Flut von Nationalflaggen überrascht.

Mit diesem bewussten, offensiven Umgang mit der israelischen Fahne wollen wir heute und generell für mehr Akzeptanz dieser in antifaschistischen Kreisen werben, denn immer wieder müssen wir feststellen, dass es auch dort noch antizionistische, antisemitische, sowie antiamerikanische Tendenzen gibt. Wer sich jedoch als AntifaschistIn versteht, sollte in unseren Augen keinerlei Berührungsängste mit der israelischen Nationalfahne haben!

Einzig und allein der Staat Israel kann Jüdinnen und Juden heute einen Schutzraum vor dem globalisierten Antisemitismus gewährleisten.

Deshalb gilt es sowohl heute, als auch an jedem anderen Tag im Jahr, den nach wie vor existenten und wiedererstarkenden Antisemitismus in all seinen Gewändern zu entlarven, die Erinnerung an die Opfer der deutschen Volksgemeinschaft aufrecht zu erhalten, um einem Vergessen dieser historisch singulären Gräueltaten entgegen zu wirken, und die einzige logische Konsequenz dieser aufzuzeigen: Israel.

Ebenso wichtig ist es aber, sich dafür einzusetzen, dass Ähnliches sich nicht wiederhole, dass AntisemitInnen nicht nochmals die Möglichkeit erhalten, die von ihnen ersehnte Vernichtung aller Jüdinnen und Juden umzusetzen.
In diesem Sinne ist besonders der neue kategorische Imperativ Adornos aufrecht zu erhalten, „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“.

Es ist also, trotz einer richtigen Kritik an Nationalstaaten und Nationalbewegungen, auch an einem stinknormalen Sonntag von enormer Bedeutsamkeit, die Fahne des Staates zu zeigen, der durch die widerliche antisemitische Realität zum wichtigsten und momentan einzigen dringend notwendigen existierenden Staat wird.

Kuchen essen gegen Antisemitismus!
Kein Frieden mit den Feinden Israels!
Für den Kommunismus!




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